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"Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. Lasst Euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen." (Die Bibel, Matthäus 5:15-16)

Zurück zum »Gott allein«

Es sind traurige Zeiten in Hinblick auf die Gemeindelandschaft in Deutschland, wie ich in u.a. vielen Predigtdiensten in unterschiedlichen Gemeinden und seelsorgerlichen Gesprächen erfahren musste. Es gab wohl nie zuvor eine derart traurige Zersplitterung und Zerstreuung unter uns Christen, die nicht mit dem Wunsch des Herrn Jesus aus Johannes 17 bzgl. der Einheit der Christen vereinbar ist. Viele Christen erkennen diesen destruktiven Trend und es hapert nicht an reformatischem Bemühen. Fehlende Einsicht und mangelndes Zusammenwirken der unterschiedlich von Gott be-gabten Geschwistern führt infolge dessen oft zum Hinaustun der "Störenfriede" oder ein desillusioniertes Abwenden der Schafe, die keine rechte Weide mehr finden und sich folgend entweder in kleinen Gruppen treffen oder "nichts" mehr haben.

Es ist durchaus verständlich, wenn wir die Rückkehr hin zum biblischen Gemeindebild scheuen, da wir Versagen bekennen müssten und oft nur unsere angemaßte Unfehlbarkeit unsere Position stützt; sei es in der Innenwirkung gegenüber den Glaubensgeschwistern oder der Außenwirkung. Das Weißtünchen des Images (Matthäus 23:27-28) ist aber keine Lösung gegenüber Gott selbst, der unsere Fassade durchschaut! Das ist uns doch auch bewusst. Aber ist uns vielleicht aus dem Bewusstsein entglitten, dass Gott zugleich unser Segensgeber ist, von dem das Wohl und Wehe unserer Gemeinden abhängt?

Merken wir, wie weit wir uns von unserer gemeindlichen "Daseinsberechtigung" - Christus als Mittelpunkt entfernt haben? Können wir als Geschwister jedweden Glaubensalters wirklich noch sagen, dass wir "jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus" (2.Korinther 20:4-5) und keine "Steckenpferde" oder "goldenen Kälber" in unsere Überlegungen einbeziehen? Sind wir bibelabhängige Gemeindeglieder, oder eher "Gemeinde-Manger", deren fundierte berufliche Ausbildung zu allem ein (menschliches, oft zeitsparendes) "best-practice" bietet?

In einigen Gemeinden konnten wir Workshops/Predigten zu zwei Abschnitten aus Gottes Wort halten, die aus unserer Sicht die heutigen Gemeindenöte trefflich beschreiben:

Hesekiel 34

In Hesekiel 34 finden wir die Verantwortung der berufenen Hirten der Herde Gottes, die ihre Herde vernachlässigen und denen weit mehr an ihrem eigenen Nutzen als an dem Wohlergehen der anvertrauten Schafe liegt. Was war das traurige, heutige vielerorts geschehende Ergebnis?

"Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt und das Kranke nicht geheilt und das Verwundete nicht verbunden und das Versprengte nicht zurückgeführt und das Verlorene nicht gesucht; und mit Strenge habt ihr über sie geherrscht und mit Härte.Und so wurden sie zerstreut, weil sie ohne Hirten waren; und sie wurden allen Tieren des Feldes zum Fraß und wurden zerstreut. Meine Schafe irren umher auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel; und über das ganze Land hin sind meine Schafe zerstreut worden, und da ist niemand, der nach ihnen fragt, und niemand, der sie sucht." (Hesekiel 34:4-6)

Maleachi

Im Propheten Maleachi finden wir eine erschütternde Schilderung eines "gemanagten" Gottesdienstes: Es wurden Gott kranke, blinde und lahme Tiere oder auch unreines Brot geopfert; was sollte man auch noch damit!? Ich finde es schmerzhaft zu lesen, wie Gottes Appelle an den Priester abprallen: "Und wenn ihr Blindes darbringt, um es zu opfern, so ist es nichts Böses; und wenn ihr Lahmes und Krankes darbringt, so ist es nichts Böses. Bring es doch deinem Statthalter dar: Wird er dich wohlgefällig annehmen oder Rücksicht auf dich nehmen?, spricht der HERR der Heerscharen." (Maleachi 1:8). Letztendlich war dieser äußerlich vielleicht beeindruckende "Gottesdienst" ein Verachten der Autorität Gottes (Maleachi 2:9) und die Folge war ein trauriges Abwenden von Gott: "Wäre doch nur einer unter euch, der die Türen verschlösse, damit ihr nicht vergeblich auf meinem Altar Feuer anzündetet! Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der HERR der Heerscharen, und eine Opfergabe nehme ich nicht wohlgefällig aus eurer Hand an." Eine neutestamentliche Parallele finden wir wohl in Korinth, deren "eigen-artiges" Feiern des Abendmahls zu folgendem Urteil führt: " 20 Wenn ihr nun an einem Ort zusammenkommt, so ist das nicht des Herrn Mahl {oder: das dem Herrn gehörende Mahl} essen. Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist trunken." (1.Korinther 11:20-21).

Verlassen wir diesere düsteren Schilderungen mit einem Hinweis auf die Endsequenz aus dem Propheten Maleachi und einem Vers aus dem Brief an die Hebräer:

"Da unterredeten sich miteinander, die den HERRN fürchten, und der HERR merkte auf und hörte; und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für die, die den HERRN fürchten und die seinen Namen achten." (Maleachi 3:16)

Es ist einem aufrichtigen und selbstkritischen Herzen doch zumindest in Teilen erkennbar, durch welches Versagen wir das beschriebene desaströse Jetzt verursacht haben. Und wenn wir es nicht erkennen, wird es uns Jesus Christus - das Haupt des Leibes der Versammlung - nur zu gern zeigen und uns aus dem Schlamassel führen. Begeben wir uns in Sein Licht und lassen wir uns durch Gottes Wort beurteilen; das ist der Anfang vom Ausgang und wir bieten unseren Mitgeschwistern wieder geistlich gesunde Orientierung:

"Darum „richtet auf die erschlafften Hände und die gelähmten Knie“, und „macht gerade Bahn für eure Füße“, damit nicht das Lahme vom Weg abkomme, sondern vielmehr geheilt werde." (Hebräer 12:12-13)

Wie sehen, dass nur ein kompromissloses Zurückbesinnen und Anerkennen des Autoritätsanspruchs Gottes in unseren Gemeinden einen Ausweg aus der Misere bietet. Gott sei Dank (!) ist Gott kein Mensch, der einem den "Rückweg" erschwert. Unsere Demütigung würde ein sofortiges Zu-Hilfe-eilen Gottes bewirken:

"Darum, so spricht der HERR: Wenn du umkehrst, so will ich dich zurückbringen, dass du vor mir stehst; und wenn du das Kostbare vom Verachteten absonderst, so sollst du wie mein Mund sein." (Jeremia 15:19)

"Kehre zurück, [...] spricht der HERR; ich will nicht finster auf euch blicken. Denn ich bin gütig, spricht der HERR, ich werde nicht in Ewigkeit nachtragen." (Jeremia 3:12)

Momentan betet unser Herr sicher für uns wie er es auch im wohl gefährlichsten Moment in Petrus' Leben tat (Lukas 22:32). Ja, wenn wir eine Kurskorrektur wünschen, wird uns Gott selbst wieder auf den rechten Weg führen und wiederherstellen.

Ist es nicht auch Dein Wunsch, dass das "Solo Deo Gloria" ("Gott allein die Ehre") und die vier Grundsätze der Reformation auch wieder in Deinem Leben und Eurer Gemeinde Realität werden?

  • Solus Christus („allein Christus“)

  • Sola Scriptura („allein durch die Schrift“)

  • Sola Fide („allein durch den Glauben“)

  • Sola Gratia („allein durch die Gnade“)

Wir wünschen Euch bei allen Bemühungen Gottes reichen Segen, Rat und "geebnete Wege"; wenn wir Euch dabei unterstützen können, kontaktiert uns gern!